Gebirgswasserfall: Admiral Mahić, Aus dem Bosnischen von Barbara Sax

Publié le par Thomas Dretart

 

 

 


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Barbara Sax

lebt und arbeitet als Bibliothekarin in Graz und übersetzt literarische und wissenschaftliche

Texte aus dem Bosnischen, Kroatischen und Serbischen.

 

 

 

Gebirgswasserfall

                                        (für Franz Hohler) 

 

Wassertropfen funkeln, wie Zitate aus heiligen

Büchern.

      Hier lächelt mein Herz

dem Herzen Goethes zu, wie eine Sonne der anderen wenn sie einander begegnen

in den Abgründen des Universums.

Ich wurde geboren um Bewegung zu erleben, um wie das Meer zu wogen

im Schlaf, um mit der Seele alles zu umfassen. Was weiß ich schon, was der Tod

des Körpers ist. Was Schweizer Wasserfälle sind. Was dieses Dorf

Lauterbrunen ist. Was nackte Jungfrauen sind. Was der Krieg ist. Aber was mein

Gefühl ist, das weiß ich. Es hält alles Gehölz am Rande der Felsschlucht.

Ich blieb stehen im Schatten des Gebirgswasserfalls,

der mir sagte, dass nach dem Tod alle familiären Bande abreißen.

Hier ist die Liebe einfach, denn es gibt nicht nur ein Universum. Viele

Universen wurden erschaffen. Zimmer. Universen sind Zimmer! Der Hochmut ist

in Zimmern eingeschlossen. Und ich unter dem Wasserfall der Welten.

Tote Hände sind hier nicht mehr

tote Hände. Hände wachsen aus dem Wasser, aus dem Blau

am Firmament. Schlafe. Schwebe. Zähle nicht die Tröpfchen.

Das Wasser ist himmlisch. 

Aus dem Bosnischen von Barbara Sax 




Im Autobus


Im Autobus, der wie verrückt von Alexandria nach Kairo rast 
Ich hätte mich in Ägypten vermählen können

mit einem Strahl der untergehenden Sonne –

In der Wüste schlürfen Soldaten das Wasser wie Spechte –

auf dem Friedhof von Kairo wohnen lebendige Menschen.

Von Grabstein zu Grabstein hängt Wäsche zum Trocknen.

Über dem Friedhof aber blitzen Antennen wie leuchtende Chrysanthemen.

Und alle Wohnungen auf dem Planeten sind ein Friedhof …

Allen Wolkenkratzern verpasst der Wind einen Harrschnitt.

Ich male mir meine Wünsche aus, der eine glaubt, wenn er ein Schloss besitzt,

sei er dem Tod entkommen, der andere sucht die Unsterblichkeit

in seinem Schlafgemach …

niemand ist Herr über seinen Körper, außer dem Tod.

Die Lebensmittel aus der Ära Ramses III waren für gewöhnlich frischer.

Man trank Bier aus dem ersten Weizen und den ersten Datteln,

auf die kein Datum aufgeprägt war.

Man pries die Zöpfe aus Knoblauch.

Man betete zum Salat, der die Liebesglut entfacht.

Auch mit der Schönheitspflege waren sie vertraut.

Mit würzigem Harz und Weihrauch scheuerten sie die Wüste

um ihren einzigartigen Duft zu bewahren.

So hielten es die friedfertigen Außerirdischen,

die das Auge des Osiris brachten,

das Allsehende Auge, dieses Fenster, das durch tote Menschen hindurchgeht!

Tiefe Löcher, wie vom etesischen Wind gegraben.

Blassrote Ziegel, gepeitscht vom trockenen Chamsin.

Vesna will mich küssen.

Ich starre wie gebannt auf die Wirbel und Wolken von gelbem Sand, auf den goldenen

Weizen vor den ärmlichen Häuschen, auf die Kinder, die in Nietzsches Fußstapfen laufen –

auf das Kind, das sich danach sehnt, ich möge sein Vater sein, auf den Alten, der auf einem weißen Esel zu einer Zusammenkunft mit

den Erfindern von Bildern und Gespenstern aufgebrochen ist …

Die Sphinx möchte ich küssen.

Vesna reitet ein Kamel, das Kamel reitet durch die Wüste, die Wüste reitet durch

das Weltall.

Und was dann?

Der Amerikaner aus unserem Autobus fotografiert den Sonnenuntergang

hinter der Wüste …

Vesna küsst den Amerikaner.

Der verliebte Amerikaner muss besonnen bleiben.

Und ich lerne gerade erst zu küssen …

Alles was getötet wurde wird aus dem Allsehenden Auge hervorschießen …

Ich hätte mich in Ägypten vermählen können

mit einem Strahl der untergehenden Sonne, der

die Tore von Letopolis öffnete –

damit wir gemeinsam den Samen

aller Himmelsrichtungen aussäen in Hermopolis! 

Aus dem Bosnischen von Barbara Sax 


Im Kino 



Im Kino versucht ein hingerissener Student eine scheue Studentin zu küssen,

er hat sich Küsse ausgedacht, die man austauscht wie Gefangene.

In der ersten Reihe des Kinos liebkose ich das Bein einer unbekannten Dame. Es grüßt mich

der Song Doctor love, der alles Blut aus Patti Smith gesaugt hat.

(die Liebe ist ein Vampir, eine unerschöpfliche Energie)

Ich grüße eine Taube, die nicht länger eine Taube sein will, sie hat gefressen, sie hat getrunken,

sie hat gegurrt, sie ist auf dem Weibchen geritten. Ich grüße die Verschwörungen, die die Welt

beherrschen, weil sie noch immer schneller sind als die Hoffnung. Verschwörungen sind Routinen.

Endlos laufen Menschen hin und her, Rauchsäulen, daher spiegle ich mich

in der Überschneidung zweier Unendlichkeiten, ich muss in dem Kind sein, das an einem

Fenster den Vorhang zur Seite schiebt, ich muss in dem Pfirsich neben

dem trockenen Blatt sein, in dem trockenen Blatt neben dem Messer. Ich grüße den Filmvorführer,

der einen Film zeigt über Gewichtsmaße in einer Fleischerei. Ein Gewicht von einem halben Kilogramm

wiegt kein halbes Kilogramm. Es gibt keinen Engel, der so reif wäre wie die graugrüne Kiefer.

Wo bleibt die unschuldige Nachtigall in den Gärten? Ich grüße einen Glockengießer, der

mit Feuer den Dämon aus dem Metall austreibt. Ich grüße alle Wärmen, alle

Kälten und die Weichheiten und Härten, und das Belebte und das Unbelebte, denn sie sind ein Paar, selbst

wenn sie einander noch nie begegnet sind. Ich grüße Tyrannen, die sich

an der Stille laben. Sie grüßen nicht zurück. Sie haben die Schlacht verloren und sind jetzt nichts und niemand.

Ich grüße die heiteren Reflexe des Himmels auf der Erde. Ich grüße

Mondkrater namens Kant und Bošković. Ich grüße Hollywood-Schauspieler und -Schauspielerinnen in einem kosmischen Stück … ! Ich grüße

einen Affen, der einen noch größeren Affen gespielt hat! Ich grüße

Krieger, die Krieger gespielt haben! Ich grüße

Verbrecher, die sich vor Gefesselten verteidigt haben. Es grüßt mich

eine Hexe auf ihrem Besen, sie will mich heiraten, ich aber folge meinem Liebespfad auf dem Oleanderrelief … Ich grüße Oleander,

die keine Oleander gespielt haben! Ich grüße das kühnste menschliche

Antlitz – jenes von Don Quichotte! Alle anderen sind lächerlich.

Ich grüße einen Rom mit seiner Harmonika, der sagt, dass jede Arbeit bezahlt wird.

Ich grüße das Kindlein, das in den Armen der heiligen Mutter eingeschlafen ist.

Ich grüße Diebe. Sie grüßen zurück, aber beim ersten Anbrechen der Dunkelheit sind sie verschwunden.

Ich grüße das Zwitschern vom Gipfel des Berges. Ich grüße aus allen Schicksalen –

das Zwitschern. Ich grüße Jungfrauen, vergewaltigte Ehefrauen, ich grüße alle Frauen,

die von Kopf bis Fuß von Röte überzogen sind. Ich grüße eine

alte Stadt zwischen den Sternen. Die Fassaden des versunkenen Atlantis grüßen zurück.

Ich grüße die schlanken Pappeln an scharfen Berggraten. Ich grüße

auch die Komödie und die Tragödie, wenn sie einmütig die rasende Wut in der Bestie besänftigen.

Ich grüße Vater und Mutter, die mich wie Ottern aus der Höhle des Alkohols

gelotst und in ihre Arme geschlossen haben. Ich grüße die Liebesgeschichte

einer Wiese. Ich grüße ein anmutiges Mädchen neben dem Drahtnetz, das

eine Trafo-Station umgibt, denn kaum hatte ich es berührt – da ging in der finstersten

Wolke ein Licht auf! Ich grüße den runden Mühlstein, der

die Dunkelheit mahlt … Ich grüße einen Taxifahrer. Er öffnet sofort die Tür.

Ich grüße das Wasser, das in der Kanalisation murmelt, Wahrheit und Lüge …

Ich grüße das gesamte Menschengeschlecht, das ins Verderben rennt. 

Die aufregendste Handlung hat auf der Kinoleinwand bisher noch nicht stattgefunden:

Das jüngste Gericht. 

Aus dem Bosnischen von Barbara Sax 







Memoiren eines jungen Banja-Lukaners 



Genau um 9.29 am 19. Jänner

vor Christus und Mohammed sprang ich aus einer fliegenden Untertasse

auf das vereiste Dach der Gebärklinik von Banja Luka.

Kaum hatte sich der Magier David Copperfield angeschickt,

über Glasscherben zu gehen und danach in Mujos Grillbude

eine mittlere Portion Kebab bestellt –

ich war genau um 9.30 exakt

im Zentrum Banja Lukas zur Welt gekommen –

da weckten mich die Halstücher der Pioniere,

die wie Bienen im berüchtigten Schwarzen Haus summten

(dort hatte ich als Unterschrift TITO eingeritzt)

Denn vor meiner Geburt war ich im Untergrund,

aber alle Planeten im Weltall

paktieren mit einer Vorrichtung, die Illegale belauscht -

dabei wollte ich nur eine Reportage schreiben über die Arbeiter der Fabrik,

die mein Gesicht geschmiedet hatte!

Genau um 9.31 verlasse ich die Gebärklinik

und mache geschiedenen Frauen, die mir begegnen, den Hof –

Genau um 9.32 wurde der Strom teurer, aber der großzügige

David Copperfield hält Strom von 220 Volt in Händen

und lässt gratis eine Glühbirne aufleuchten, ein Kassettenrecorder tut’s aber auch -

Genau um 9.33 stach mich eine Biene aus der Herzegowina

und mein Rheuma war wie weggeblasen –

Genau um 9.34 lief meine Oma in Holzpantoffeln

ins Gemeindeamt und gab mir den Namen Admiral –

Genau um 9.35 lehnte ich mich an einen Baumstamm

und pisste, aus dem Stamm aber trat ein Milizionär hervor und fragte wie ich

heiße. Ich antwortete, die Oma in den Holzpantoffeln habe mich

als Admiral ins Geburtenbuch eintragen lassen –

Ah, du bist dieser Admiral, kreischte er wie eine Grillwurst am Spieß

und schlug mit dem Gummiknüppel zu!

Genau um 10.36 stieß der Milizionär auf meine Oma und prügelte sie aus den Holzpantoffeln!

Genau um 10.37 zerschmetterte den Milizionär ein Erdbeben!

Genau um 10.38 sprang ich wegen einer geschiedenen Frau von einer Brücke

in den Vrbas: ein Wasserstrudel zog mich in die Tiefe, er rotierte

wie der Propeller eines Hubschraubers!

Genau um 10.39 spielte mein Cousin Nićo Gitarre am rechten Ufer

des Vrbas und schrie: Halte dich an einem Strohhalm fest!

Genau um 10.40 klammerte ich mich an das abgefallene Blatt einer Weide und wand mich

aus dem verfluchten Wirbel –

Genau um 10.41 unterhielt ich mich mit Engeln, die glauben,

dass Arbeit drei große  Übel von uns abzuwenden vermag. Arbeiten

muss ich, was soll’s, und nicht zu viel grübeln.

Genau um 10.42 - trinke ich Bier mit meinem Cousin Ako, in dessen Augen

ein Brunnen liegt, der einen bei Tag die Sterne sehen lässt –

Genau um 10.43 schenkt mir Cousin Midhat eine neue Geldtasche von seinem

Lohn und sagt mit einem Lächeln: Da, für das Gedicht!

Genau um 10.44 machte mich Cousin Mirsad-der-Kämpfer mit einer geschiedenen Frau bekannt,

die die beste Freundin seiner geschiedenen Frau ist –

Genau um 10.45 streifte ich ihr das Kleid vom Körper

und sagte zu ihr sie solle unbesorgt sein –

Genau um 10.46 stieg ich hinauf in ihr Dorf Gornja Maslenica

um sie zu freien, aber ihre Mutter feuerte

einen Schuss aus einem Vorderlader ab, sodass ich das Weite suchte

quer durch die Brennnesseln nach Donja Maslenica –

Genau um 10.47 reiste ich aus dem Dorf Donja Maslenica, wo sich die Wasserleitungen

nicht zanken sondern friedlich einigen, mit dem Zug zu den Plitvicer Seen ab –

Genau um 10.48 im Zug zu den Plitvicer Seen machte mich Cousin Suad

mit einer geschiedenen Frau aus Dänemark bekannt, die einen großen

Rüden an der Leine führte –

Genau um 10.49 im Zug zu den Plitvicer Seen im Erste-Klasse-Abteil

begannen Cousin Suad und ich, die steinernen Warzen

der dänischen Brüste zu polieren –

Genau um 10.50 stiegen ich und die Dänin – in Begleitung ihres Hundes –

in der Station Vrhovina aus dem Zug.

Genau um 10.51 in einem verrauchten Vrhoviner Wirtshaus teilte ich

der feurigen Dänin mit, ich würde sie nie vergessen und kehrte mit dem Autobus

nach Banja Luka zurück. Ich werde allein bleiben mit Banja Luka. Ohne Körperlichkeit. Ohne Asche.

Wir beide sind weit von einander entfernt, in Wirklichkeit aber ganz nahe, wie die Berührung

der Menschheit quasi. Alois ist verliebt in Enisa, ich in Banja Luka,

und wir alle schwenken unsere Lichter, die noch im Verlöschen schmettern: Nieder mit der Verschwörung!

Wir folgen dem Weg der Liebe, der Kleinmut dagegen dem Weg des Sexes!

Wir brauchen die Liebe, um nicht länger die eigene Mutter fressen zu müssen.

Daher sage ich zum Kleinmut: Lass mich in Ruhe mit diesem leeren Geschwätz.

Mein Himmel ist schwarz. In meinen Pupillen drehen sich romantische Schallplatten –

Genau um 10.52 zog Cousin Sead, der die Herrschaft des Gesindels nicht erträgt,

auf’s Neue in den Kampf -

Genau um 10.53 öffnete Cousin Alija, Arzt und Dichter, das Fenster und

legte das Stethoskop auf den Puls der Heiterkeit.

Genau um 10.54 zogen von irgendwoher schwarze Wolken auf und ordneten die Stühle in der Heiterkeit nach Reih und Glied.

Genau um 10.55 verwandelten sich die Wolken in Panzer und begannen

zu dribbeln … Ich bolze, du bolzt. Foul!

Genau um 10.56 kauften Nachtigallen eine Landkarte und suchten darauf

einen Staat, in dem sie bis zum Morgengrauen singen könnten.

Genau um 10.57 hallt rundum das Hämmern der Naturgesetze –

Genau um 10.58 befinden sich alle meine ökonomischen Reserven in einem Koffer!

Genau um 10.59 legte mich David Copperfield in eine Zaubertruhe und –

eins, zwei, drei – grüßte ich das Publikum über das Handy aus Schweden!

Genau um 11.00 erhob sich das Publikum und applaudierte David

Copperfield, sie wollten auch in seine Zaubertruhe –

Genau um 11.01 besann ich mich eines Besseren und kehrte, auf der fliegenden Untertasse,

zusammen mit dem Publikum in den Untergrund zurück … 
 

Aus dem Bosnischen von Barbara Sax



 

 

 

 

Tomislav Dretar:

 

Einführung zu Admiral Mahić

 

 

 

 

 

Ich erinnere mich gut daran, als Admiral Mahić in der Literatur Bosniens und der Herzegowina auftauchte. Obwohl ein neuer Akteur die literarische Bühne betrat, tat er es weder schüchtern noch unbemerkt. Er verursachte keinerlei Bruch, denn da gab es nichts zu zerbrechen, es herrschte nämlich eine gähnende Leere. Er verdrängte auch niemanden von einem Rang, den dieser eventuell schon zuvor eingenommen hatte, denn diese Art von Rängen existierte nicht im Bereich der Literatur, egal wie weich so mancher Redakteur-Stuhl gewesen sein mag oder wie stark die Seilschaften waren, die andere mit der Politik verbanden. Wie war das möglich? Sein Beginn war nicht unscheinbar, denn er war unbeirrbar und selbstsicher. Im Gegensatz zu anderen wusste er genau, was er tat. Die Rede ist von Željko Ivanković und Goran Simić, aber das ist eine andere Geschichte. Allen dreien war bewusst, wer sie waren und worin ihr Beitrag bestand, aber ebenso klar war auch, dass Mahić neu und vollkommen anders war. Ein Aussenseiter, hieß es sofort. Ja, ein Aussenseiter, der dort sein Terrain eroberte, wo niemand anderer zuvor daran gedacht oder einfach nur nicht das Talent dazu gehabt hatte. Heute kann man klar sehen, dass dieser Raum in der bosnischen wie auch in der bosniakischen Literatur, zur damaligen Zeit in der bosnisch-herzegowinischen Literatur, ein Bereich war jenseits des verbissenen literarischen Zirkels eines Rajko Petrov Nogo, da war plötzlich eine Breite, die aus einer Abspaltung resultierte, aus einem Riss, dem Bruch mit der epischen Tradition, die sich immer wieder aus einem russisch-serbischen Einfluß heraus erneuert hatte, aus Vorbildern und Mustern bis hin zu einer gefeierten Avantgarde (Jesenjin, Jevtušenko, Vysockij u.a.), die allerdings von der Bildfläche verschwinden sollte, sobald sich die stickige Kneipe „Zur weiten slawischen Seele“ einem ersten Hauch frischer Luft geöffnet hatte und man frei durchatmen konnte.

Der Durchzug musste natürlich abgestellt werden, und das konnte man nur, indem man zur Seite schob, was die frische Luft hereingelassen hatte. Mahić wurde an den Rand gedrängt, Ivanković und Simić wurden zu Bannerträgern und Aushängeschildern für Neuerungen einer etwas anderen Art. Mahić wurde als Bedrohung gesehen für etwas, dessen Zeit eigentlich längst abgelaufen war, und noch heute geht es ihm so, er gilt wieder als gefährlich, denn er ist der Inbegriff der Poesie schlechthin, aber das Zoon politikon, das damals wie heute einen Monopolanspruch auf die öffentliche Meinung erhebt, duldet nichts, was per se unermesslich und unergründlich ist. Wir haben es hier mit dem Zusammenprall zweier Ewigkeitskonzepte zu tun, eines, das den Anspruch auf Grenzenlosigkeit in der Gegenwart erhebt, was absurd ist, und eines, das dagegen unantastbar ist und ewig gültig sein will. Das Diktat der Priester gegen die Macht der Heiligkeit quasi.

Weiters ging es dabei auch noch um eine Abrechnung zwischen den Überbleibseln des realen Sozialismus und des sozialistischen Realismus, in beiden Fällen mit dem Transzendenten, heute ist das eine Abrechnung der sozialen Metaphysik transzendent mit dem metaphysischen Sozialismus / dem Transzendenten in allem, was man kollektiv will – also mit dem individuellen und partikulären, das das grelle Licht der realen Welt nicht erträgt, welches, je länger es anhält, umso blinder macht und verhindert, dass das Individuum in die Tiefe der eigenen Unermesslichkeit blicken kann. Auf den ersten Blick absurd, denn es geht um etwas Göttliches. Aber dem wird keineswegs Rechnung getragen. Das Göttliche wird vom Himmel geholt und in Bücher gesteckt. Der Dichter sucht danach an seinem Ursprung, im Unfassbaren nämlich, aber die reale Welt, d.h. die herrschende Realität in der realen Welt hindert ihn daran und zwingt ihn wieder, wie im guten alten Sozialismus, in die Bücher, damit er dort nach Gott, d.h. nach dem Absoluten, suchen möge.

Aber, auch jene, die heute die Szene beherrschen, sei es côté cour oder côte jardin, befinden sich immer noch an der selben historischen Stelle und haben den selben Blickwinkel, mag er früher ein sozialistischer und heute ein national-sozialistischer sein, mag er sich als sozial ausgeben, aber auf eine Art, dass alle Zeitgenossen darben. Nicht immer nach Brot, aber auf jeden Fall nach Selbsterkenntnis. Das Problem besteht auch darin, dass man das nicht zulassen will, denn was soll Erkenntnis schon anderes bringen als Kopfschmerzen. Der Dichter-Rhapsode wandert umher und ruft manchmal einsam aus der Wüste. Er muss zum Schweigen gebracht werden, damit die einfachen Leute nicht auf die Idee kommen, den Dichtern zu lauschen und im Dunkel zu sehen und dabei zu erkennen, dass sie das grelle Licht des Realen erblinden lässt.

Die neue Perspektive ist durch und durch nationalistisch, und Mahić überwindet sie in jeder Hinsicht, weil seine Worte direkt in die Freiheit führen. Er verabscheut es, wenn nicht alle frei sind, wenn wir alle keine Freiheit haben, obwohl die Freiheit uns allen zusteht, er verabscheut einen Alltag, der vom Hass beherrscht wird auf das Andere und das Fremde, er lehnt jeglichen Hass ab. Deshalb kann er genauso gut ein kroatischer wie ein bosnischer oder ein serbischer, ein balkanischer und auch ein französischer Dichter sein, weil er nichts anderes ist als Dichter. Ein Dichter im ursprünglichen Sinne – ein Rhapsode. Er ist heute der einzige Rhapsode in Europa. Nur er hat die Chance, ein zweiter Homer zu werden. Nur er schreibt bereits an seiner Odyssee, und die Ilias wird sicher noch folgen und wird Bosniens Ansehen mehren, im Gegensatz zu dem, was seinen zweifelhaften Ruhm heute ausmacht. Erinnern wir uns an einen von Admirals Versen, in dem Gabrielle verkündet: In der Transitzone des Züricher Fluhafens hat ein Mensch dreissig Jahre seines Lebens verbracht, denn er konnte nirgends hingehen, er war nicht frei. Ich bezahle dir ein Flugticket nach Sarajevo. Ich liebe deine Freiheit. Eine interessante Schlagzeile für die Tageszeitung Dnevni Avaz, ein gefährlich abschüssiges Terrain für die bosnische Tagespolitik, für die Realität schlechthin. Da ist ein Abgrund voller Mutmaßungen, sich zu weit hinauszulehnen kann zum Absturz ins Bodenlose führen. Deshalb ist die Poesie eine gefährliche Angelegenheit. Man weiß nie genau, wann man auf ihrem Boden angekommen ist und was einen dort erwartet, und dabei hat sie gar keinen Boden, weshalb die Politik die Poesie klarer Weise hasst. Die Politiker in Bosnien-Herzegowina, die offiziellen ebenso wie die grauen Eminenzen, mögen Admirals Poesie nicht. Ein Freund fragte mich, warum ich so viel über Mahić schreiben würde, wo er ohnehin nichts anderes täte als Dankeshymnen auf jene zu dichten, die ihm Gutes getan hätten. Das solle etwa Poesie sein? Jawohl, das ist Poesie in ihrem vornehmsten Sinne und mit größtmöglichem Tiefgang, weil sie die höchste philosophische Kategorie – das Gute – mit dem höchsten künstlerischen Wert - dem Schönen - verbindet, weil auf diese Art das Gute und das Schöne zu einem Horizont der Menschlichkeit werden, weil so das Irreale das grelle Licht des schrecklichen Alltags löscht, der dem Menschen den Blick in seine eigene Tiefe nimmt. Ohne Gabrielle wäre Mahić ewig in „No man's land“ geblieben. Zum Glück ist sein No man's land die Poesie. Er schreibt, lebt und singt seine Poesie. Durch ihn besitzt die bosnische Literatur ihre Freiheit, das Gute und das Schöne, mit ihm gelangt sie in die Welt hinaus.Wo auch immer sich Mahić aufhält, Bosnien ist dabei, und mit ihm sind - ob bosnisch oder kroatisch - das Gute, Schöne und Wahrhafte. Wie er schreibt, so handelt er auch. Er ist Jesus Christ, Taoist. Für alle, die es nicht wissen, Jesus sagte: „Ich bin der Weg“, und „Tao“ heisst „Weg“. Warum Mahić Jesus Christ, Taoist, ist, das möge die Leserschaft selbst herausfinden. Es handelt sich vielleicht um die bedeutendsten Verse in der Dichtung dieses Jahrhunderts, und sie sind bosnisch. Er ist ständig unterwegs, auf einer Straße, die in die Unendlichkeit führt. Ich habe schon erwähnt, dass er von niemandem verlangt hat, sich zu verstecken und ihm einen Platz einzuräumen in der Literatur Bosniens und der Herzegowina oder Kroatiens, wo er genauso hingehört. Er hat weder seinen eigenen Zirkel noch ein bestimmtes ästhetisches Programm, er ist ein freier Sender poetischer Radio-Wellen, derer man sich erst bewußt wird, sobald die Sendung verstummt. Die Tatsache, dass er an den Rand gedrängt wurde, sagt nichts über ihn, aber alles über seine Zeitgenossen, die ihn dorthin abgeschoben haben. Sie enthüllt jene Geisteshaltung, die seine Zeit beherrscht. Oder besser gesagt: Das Desinteresse, das ihn seinerzeit umgab, zeigt die Unfähigkeit der damaligen Literaturkritik und Ästhetik, die in Bosnien nicht einmal existierte, geschweige denn ihn wahrnehmen oder eine andere Art von literarischer Qualität erkennen konnte. Worum es geht? In Bosnien und der Herzegowina gab es, wie übrigens auch sonst überall im ehemaligen Jugoslawien, weder eine Ästhetik noch Ästhetiker, die dazu in der Lage und willens gewesen wären, die Dinge in angemessener Weise zu beurteilen. Die Literaturkritik war so sehr sich selbst überlassen, dass sie sich über Wasser hielt, indem sie ästhetische Urteile aus der marxistischen politischen Philosophie ableitete, oder zumindest aus der Gnoseologie, die damals in den Fängen des feindseligen bolschewistischen Dogmatismus zappelte und dabei nicht ahnte, dass eine der wesentlichsten Fragen der Philosophie - die Ästhetik ist.

Ihre Welt ruhte auf den Säulen der Produktion, nicht der Schöpfung, oder besser gesagt eher auf der Produktion und Re-Produktion der Macht und der Lebensumstände als auf der Erschaffung des Lebens selbst.

Poïésis und tekhné – Schaffen und Machen. In Wirklichkeit konkurrierten alle um die Macht – die ganz Welt hatte vergessen, dass poïésis die unabdingbare Voraussetzung ist für tekhné. Aber die ganze Welt wusste, wenn auch nur eine einzige Sache der totalen Kontrolle entginge, könnte die Pyramide der Macht wie ein Kartenhaus zusammenbrechen. Die Poesie wurde nach russischem Vorbild marginalisiert. Entweder wurde sie umfunktionalisiert zu einer Schreibwerkstatt für Hymnen auf den Alltag und auf diejenigen, die diesen bestimmen, oder sie wurde zu einer Nachahmerin des russischen ästhetischen Modells, zu einer Kopie russischer Poesie, thematisch, rhythmisch, emotiv, metaphorisch, symbolisch – funktional. Das russische Ideal von Poesie entwickelte sich zu einem heimlichen Vorbild, die besten Schnittmuster wurden in Beograd entworfen und abgesegnet. Eine der schlauesten Erfindungen der serbischen Hegemonie in Jugoslawien. Einer, der anders ist, der sich unterscheidet, ein Gegner, der etwas – Gott behüte – negiert, wurde zum Nationalisten, Antikommunisten, zum dreckigen und zügellosen Liberalen, zum feindlichen Anarchisten, zum dekadenten Bourgeois erklärt. Admiral stand unter Beobachtung und konnte nicht überall auftreten. Bei der feierlichen Eröffnung des Hauses der Autoren setzte ihn Emir Kusturica als Ustaschaspion vor die Tür. Damals feierte sich der serbische Nazismus mitten in Bosnien. Na ja, die Bolschewiken sind verschwunden, aber andere Konstrukteure eines hierarchischen Gesellschaftssystems sind auf ihren Platz nachgerückt. Zum Glück wandert der Rhapsode Admiral Mahić auf bosnischen und internationalen Pfaden wie ein Schild, an dem die Schläge des tumben Verstands in Bosnien abprallen. Er bringt das Schöne und Gute, eine edle Gesinnung und die Wahrheit – an allen amtlichen Organen vorbei - außer Landes.

Und jetzt zur Sache selbst: Bei der Lektüre von Admiral Mahić‘ Gedichten werden Sie bemerken, dass sie die Seele und den Geist gleichermaßen erbauen. Eine hymnische Poesie, könnte man sagen. Und das ist richtig. Aber der eigentliche König darin ist das Wort. Ideen, die hier aufeinander treffen, Symbole, Bedeutungen, Sub-Texte, die Art der Wortspiele, sie alle stehen im Dienste Ihrer Majestät – des Wortes. Und er, der Autor, er kreiert sie, bringt sie zum Spielen, zum Tanzen, zum Singen, sie machen sich lustig, vertauschen ihren Sinn, drehen ihren Habitus um, wahrscheinlich um nicht als Priester zu erscheinen, obwohl sie gerade dadurch das Profane in sich reinigen, deshalb sind sie auch kathartisch, wie ein Purgativum und ein Aphrodisiakum. Aber lassen Sie mich zuerst meine Position definieren. Als eigenständiger Interpret dieser Poesie positioniere ich mich in einem ästhetischen Dreieck zwischen Thomas Stearns Eliot, Maria Zambrano und Luigi Pareyson. Kurz gesagt, was Thomas Stearns Eliot in „Das wüste Land“ (The waste land) an Bedeutungen freilegt, das reichert Admiral Mahić neu an. Sie haben schon richtig verstanden, bei Mahić gibt es keinen „grausamen April“, und wenn T. S. Eliot die „Angst in der Erdscholle“ aufzeigt, dann gibt uns Mahić das Mittel, diese Angst zu zerstreuen. Er ist ein Teiresias, den Athene weder geblendet noch der Gabe beraubt hat, die Sprache der Vögel zu verstehen und mit ihnen im Chor zu singen.

Namen werden in Mahić‘ Poesie zu Worten, die ihren aktuellen Sinn und die ihnen eigene Symbolik verlieren. Demnach sind sie dazu bestimmt, zu Subjekten/Personen zu werden, die einen Mythos begründen können. Derzeit ist vieles davon in Europa unbekannt, aber Europa wird sie kennenlernen müssen. Denn neu ist bei Mahić die Tatsache, dass es bei ihm keinen Kampf zwischen Eros und Thanatos gibt. Bei ihm braucht das Leben nicht unbedingt den Tod. Für María Zambrano, wo die Philosophie und die Poesie gegeneinander kämpfen, verliert die Philosophie sich selbst, wie sie sagt, in der Hölle des Lichts, in der realen Welt, die uns blendet. Man könnte sagen, dass Mahić im Lichte des Realen wandelt, und dass er sich vor Publikum den Spaß erlaubt, Anspielungen zu machen. Aber, das ist ein Trick. Indem er Teiresias Stab nimmt, der nichts anderes ist als die Philosophie selbst, führt er uns in das Wissen darüber ein, was die Oberflächlichkeit des Lebens und seine zeitliche Begrenztheit ist. Es wird Leser seiner Poesie geben, die vor Lachen beinahe sterben, auch Liebhaber von Weisheiten werden auf ihre Kosten kommen, aber Mahić ist Dichter, er lässt die Worte tanzen, er lässt die Wörter ihr eigenes Spiel spielen, nach nur ihnen bekannten und möglichen Gesetzmäßigkeiten der Originalität. Darin ist er ein Meister. Folgen wir Zambrano, dann befinden wir uns hier mitten auf dem Felde der Poesie.

Zitieren wir sie im Zusammenhang mit Phaedo[1]:

„… wir zweifeln an der intime Wahrheit über Sokrates. … Jener, der sagt „die Philosophie sei die Vorbereitung auf den Tod“, verlässt die Philosophie indem er sich ihr nähert, und, im Begriff in sie einzudringen, schafft er Poesie und treibt Scherze. Ist die Wahrheit etwas anderes? Berührt er dann eine Wahrheit jenseits der Philosophie, eine Wahrheit, die nur durch die Schönheit der Poesie entdeckt werden kann? [2]

Das trifft auf Mahić völlig zu. Und es führt uns auch zum großen italienischen Philosophen Luigi Pareyson und zu seiner Ontologie der Unerschöpflichkeit. Aber, wie kann Mahić unerschöpflich sein, wenn er uns auch zum Lachen bringt? Zweifellos durch seine Poetik der Kenntnis, ja der Kunst des unerwarteten Ausgangs.[3]

Wir kennen bereits „les nouvelles et les poèmes à chute“: Denken Sie nur an „Les contemplations“von Victor Hugo, an den „Schläfer aus dem Tal“ (Le dormeur du val) von Arthur Rimbaud, an Mussets „Poeten“ (Le poète), an eine Reihe von Novellen von Anna Gavalda, Dino Buzzati, Julio Cortàzar … Die Liste ist ziemlich lange, und weder die kroatische noch die bosnische Literatur fehlen hier. Ganz nebenbei bemerkt, man darf das nicht verwechseln mit jenem Verfahren, das seit Menander als theòs ek mēchanês[4] bekannt ist, obwohl der Zusammenhang offensichtlich ist, aber der Zweck ist nicht immer der gleiche und diese beiden Fälle decken sich nicht vollkommen. Aber unsere Überlegungen rund um Mahić‘ Poesie hören hier noch nicht auf, hier beginnen sie erst! Mahić bedient sich auch dieses Verfahrens der überraschenden, unerwarteten Umkehr, eines Schlusses, eines Einschubs, der Veränderung von Bedeutung und Rolle des Wortes im Vers, aber bei ihm geht es nicht um ein literarisches Verfahren als Mittel zum Zweck, er schafft eine Poetik des Überraschenden, des Unerwarteten, bis hin zum Unerschöpflichen. Etwas Unerwartetes zu schaffen führt bei Mahić folglich zur Ontologie der Unerschöpflichkeit eines Luigi Pareyson. Warum der Unerschöpflichkeit? Die Antwort ist lange und erfordert umfangreiche philosophisch-ästhetische Ausführung, die den Rahmen unseres Vorhabens sprengen würde, nämlich einen großen Dichter im Rahmen einer Einführung in die Lektüre seiner Poesie vorzustellen. Daher begnügen wir uns mit der Feststellung, dass das Unerschöpfliche bei Mahić dort beginnt, wo es bei anderen seinen Höhepunkt erlebt, um nicht zu sagen wo es endet, nämlich mit dem Ende seiner Gedichte. Der überraschende Schluss führt uns wieder an den Anfang, aus dem einfachen Grund um zu überprüfen, ob das denn literarisch möglich und damit auch literarisch-künstlerisch wahrhaftig ist, was der Dichter soeben gesagt hat. Dabei stoßen wir auf immer neue Aspekte, deren Sinn vollkommen zu ergründen wir nicht in der Lage sind, ebenso wenig wie ihre Notwendigkeit, ihre Form, ihre Konstruktion etc. Fragen und Antworten reihen sich an einander und bewirken, dass wir immer tiefer eindringen. Die Leser werden zur wiederholten Lektüre verführt. Die Katarakte von literarischen Werten und Mitteln, Verfahren und Nuancierungen enden nach dieser Kaskade dort, wo das Ziel jeder wahrhaften Kunst liegt – in der Katharsis. Kurz, mit dieser Art von Literatur müsste sich auch eine neue Art von Literaturwissenschaft etablieren, ohne die wir nie schlüssig erfahren werden, womit wir es hier genau zu tun haben.

 

 

Aus dem Bosnischen von Barbara Sax

 

 

 

 

 



[1] »… nous gardons un doute sur l’intime vérité de Socrate. … Celui qui dit que «la philosophie est une préparation à la mort«, abandonne la philosophie on s’en approchant et prêt à y entrer, fait de la poésie et plaisante. La vérité était-elle autre? Touchait-il alors à une vérité par-delà la philosophie, une vérité qui ne pouvait être révélée que par la beauté poétique ;»

 

[2] Nach der bosnischen Übersetzung des Autors.

 

[3] Zur Theorie des unerwarteten Ausgangs demnächst mehr in einer eigenen Abhandlung von Tomislav Dretar, unter dem Titel „Kunst durch die Kenntnis des Unerwarteten“.

 

 

[4] Deus ex machinae  - der Gott aus der Maschine.

 

 



[1] »… nous gardons un doute sur l’intime vérité de Socrate. … Celui qui dit que «la philosophie est une préparation à la mort«, abandonne la philosophie on s’en approchant et prêt à y entrer, fait de la poésie et plaisante. La vérité était-elle autre? Touchait-il alors à une vérité par-delà la philosophie, une vérité qui ne pouvait être révélée que par la beauté poétique ;»

 

[2] Nach der bosnischen Übersetzung des Autors.

 

[3] Zur Theorie des unerwarteten Ausgangs demnächst mehr in einer eigenen Abhandlung von Tomislav Dretar, unter dem Titel „Kunst durch die Kenntnis des Unerwarteten“.

 

 

[4] Deus ex machinae  - der Gott aus der Maschine.




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Publié dans La poésie non clssée

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