ADMIRAL MAHIĆ: ANSICHTSKARTE AUS GRAZ

Publié le par Thomas Dretart

Voilà le navire et voilà MonAmiral!

http://www.essential-architecture.com/IMAGES2/Graz_Kunsthaus_vom_Schlossberg_20061126.jpgAdmiral-Mahi-.jpg

ANSICHTSKARTE AUS GRAZ

 
 

Im Garten des Restaurants „Don Camillo e Peppone“ bin nur ich ein vereinsamter Mensch.

Die Spaziergänger dichten für Gott.

Wie viele Verse habe ich in Sarajevo angepflanzt, wie oft haben öffentlich und insgeheim die Geräte geklickt und die Kameras aus den Ursprüngen der Sterne gesäuselt,

und ich habe noch nicht jene Schönheit geheiratet, welche Gott ins Mehl gewalkt

und in meine Umarmung geworfen hat, so wie die Sonne das Ei in die heisse Pfanne wirft.   

Geliebte, ich bin glücklich, dass mich endlich das literarische Stipendium aus dem geistigen Atom begnadigt hat: Kultur-Kontakt-Österreich, und ich grüsse dich und ich liebe dich!

Graz muntert mich auf. Ich weiss immer noch nicht, ob ich ein Dichter bin, oder ein Wiederholer der Poesie.

Ich kann dir nichts ausser Ächzen bieten ...

Im Schlaf verlor ich die Eltern und die Verse ...

Nichts kann mich  mehr erfreuen, ausser die Poesie, welche die Leidenschaft aus der Angst zu bewältigen vermag –

In den Schlössern von Sarajevo lebt auch der Hofnarr wie ein König -

und ich frage mich immer wieder: Wo ist mein Bach mit der Wassermühle, wo ist meine Heimat mütterlicher- und väterlicherseits – und werde ich endlich einmal die Schönheit heiraten, welche Überstunden macht?! 

Die Stimme aus der Oper „Carmina Burana“ muntert mich auf: Amor sit interius, lutens et occultus ...

Das Bier „Gosser“ muntert mich auf, welches saftig und kühl ist wie der Schnee auf dem Gebirge.

Die guten Menschen aus Graz muntern mich auf. MAX bebaut in sich selber den Garten.

LUISE ist an sich zärtlich und streng wie Gottes Gebot – möge aus der Finsternis das Licht aufleuchten.

RICHARD kann den erhitzten Computer benützen und nach Herzenslust zusehen, wie die Engel Gottes Rätsel ins Programm WORD hineinbringen ...

ANDREAS kann in die Wellen des Lichtjahres eintauchen und die Sicherung auswechseln. 

Im Garten des Restaurants „Don Camillo e Peppone“, während ich Verse auf die Ansichtskarte „Uhrturm am Schlossberg von Graz“ niederschreibe, dichtest du in meinem Herzen und küsst es sanft ¼

In der Ferne quälen sie den rasenden Zug wie einen Ochsen.

Ich werde kommen um dich von der Grippe zu erlösen!

Der Frühling eilt zur Heiligen Schrift und prostet dem Jüngling im Rollstuhl zu, dann zwinkert er dem Mädchen zu, das den Jüngling pflegt und ihn vor tiefer Depression bewahrt!

Der scharfe Blick des Habichts prostet dem Schlüsselbund zu, der am Rollstuhl hängt!

Mein Seufzer, der im Pendel der Uhr wohnt, prostet dem Flieder zu, der über dem Fluss Mur das Kind stillt ...
 

 
 
 

Gedicht von Admiral Mahic,

 übersetzt aus dem Bosnischen von Anita Buti

Publié dans La poésie non clssée

Commenter cet article